ZENTRUM FÜR STEREOTAXIE/HOCHPRÄZISIONSBESTRAHLUNG

Im Zentrum für Stereotaxie (Hochpräzisionsbestrahlung) der Universitätsklinik für Radio-Onkologie behandelt ein ausgewiesenes Team aus ärztlichem Fachpersonal, Physikern und med-tech. Fachleuten für Radiologie– Tumore mit modernsten Technologien und mit höchster Präzision. Die verschiedenen Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen planen in enger Zusammenarbeit die Bestrahlung.

Moderne Geräte wie das CyberKnife oder das Novalis Tx, innovative wissenschaftliche Methoden und ein erfahrenes, kompetentes Team machen die millimetergenaue und hochkomplexe Bestrahlung eines Tumors möglich und zeichnen uns als einen der führenden Anbieter stereotaktischer Behandlungen in der Schweiz aus.

Die stereotaktische Strahlentherapie

Die Bezeichnung Stereotaxie stammt aus dem Griechischen, bedeutet «koordinatenbasiert» und meint die fokussierte Bestrahlung mit maximaler Präzision.

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten wie diese Art der Bestrahlung durchgeführt wird:

  • als einzeitige Radiochirurgie,
  • als hypofraktionierte stereotaktische Radiotherapie mit nur wenigen Therapiesitzungen,
  • oder schliesslich die über mehrere Wochen dauernde fraktionierte stereotaktische Bestrahlung.

Die eingesetzte hohe Strahlendosis erfordert ein sehr präzises Einwirken der Dosis auf den Tumor, damit das gesunde Körpergewebe möglichst nicht getroffen wird. Nebst der notwendigen technischen Infrastruktur und der genauen dosimetrischen Planung existieren weitere Kriterien/Voraussetzungen für die Durchführung einer Radiochirurgie und hypofraktionierten stereotaktischen Radiotherapie. Dabei sind Ort, Grösse und Beschaffenheit der bös- oder gutartigen Tumore, Metastasen oder Gefässveränderungen  ausschlaggebend. Durch die hohen Strahlendosen verkürzt sich die gesamte Behandlung in der Regel und dauert von nur einem einzigen Bestrahlungstermin bis zu fünf Terminen.

> Der Behandlungsablauf einer Strahlentherapie

Die Radiochirurgie

Radiochirurgie (engl. Stereotactic Radiosurgery SRS) ist gemäss der «American Association of Neurological Surgeons» (AANS) definiert als 1-5 Fraktionen hoher Strahlendosen auf ein kleines, gut definierbares Zielvolumen (Tumorgewebe) von maximal 3-4cm Grösse.

Darunter versteht man eine stark fokussierte, hochdosierte einmalige Bestrahlung unter wird unter anderem vielfach im Hirnbereich angewendet. Der Begriff Radiochirurgie nimmt Bezug auf die «messerscharfe» Präzision der Bestrahlungsplanung und -anwendung. Die stereotaktische Radiochirurgie ist häufig eine Alternative zur offenen Hirnchirurgie. In vielen Fällen wird dem Patienten durch die minimalinvasive Radiochirurgie eine belastende Operation erspart.

Die wichtigsten Indikationen für die radiochirurgische Behandlung sind:

  • Hirnmetastasen; bis zu drei Herde, mit oder ohne vorherige Ganzhirnbestrahlung
  • Neurinome des Hörnervs
  • Meningeome: bei Inoperabilität oder internistischer Kontraindikation zur Operation – mit dem Ziel der partiellen Tumorverkleinerung und Wachstumshemmung
  • inoperable arteriovenöse Missbildungen.

Die extrakranielle stereotaktische Radiotherapie


Stereotaktische Bestrahlungen wurden zuerst nur intrakraniell, also im Gehirn oder Schädelbereich angewendet. Seit einigen Jahren können dank der Weiterentwicklung der Bestrahlungsgeräte auch Tumore und Metastasen in anderen Köperteilen und Organen mit einer stereotaktischen Strahlentherapie behandelt werden. Für diese extrakranielle (=ausserhalb des Schädels) stereotaktische Radiotherapie werden verschiedene Begriffe verwendet:
 
ESRT > Extrakranielle stereotaktische Radiotherapie

SBRT > Stereotactic Body Radiotherapy (stereotaktische Körpertherapie)

Bei der extrakraniellen stereotaktischen Bestrahlung wird wie bei anderen Strahlentherapien in fraktionierten Dosen behandelt. Durch die hochdosierte Strahlendosis reduziert sich die gesamte Behandlungsdauer jedoch meist nur auf wenige Tage.

Diese Tumore oder Metastasen können mit SBRT bestrahlt werden:

  • Nicht-kleinzellige Lungenkarzinome
  • Prostatakarzinome
  • primäre Lebertumore
  • hepatozelluläre Karzinome
  • Cholangiokarzinome
  • Wirbelsäulenmetastasen
  • Oligometastasierung
  • Lungenmetastasen
  • Lebermetastasen
  • Lymphknotenmetastasen
  • Knochenmetastasen
  • Nierentumore

Die stereotaktische Bestrahlung und die Technik dahinter

Die Weiterentwicklung der Linearbeschleuniger-Geräte ermöglicht heute nicht nur eine präzise Bestrahlung am Schädel sondern auch in anderen Körperbereichen. Im Gegensatz zu der einfachen Fixierung des Schädels mit einer extra für den Patienten angefertigten Maske für eine genaue Lagerung, ist es bei der Bestrahlung ausserhalb des Schädels schwieriger, Organe in gleicher Position zu halten. Bei Lunge und Leber spielen beispielsweise Atembewegungen eine bedeutende Rolle. Unsere Stereotaxie-Geräte Novalis TX und das CyberKnife ermöglichen die atemabhängige Bestrahlung (Gating/Atemtriggerung -> Link zu Methoden) sowie die bildgesteuerte Verfolgung des Tumors (Tracking). Die Position des Patienten oder der Patientin kann von beiden System in sechs Raumrichtungen korrigiert werden.

Bei uns im Einsatz - das CyberKnife!

Das Gerät der neusten Generation – das CyberKnife – besitzt einen hochpräzisen und per Computer gesteuerten Roboterarm, der es nicht nur erlaubt Körperbewegungen (z.B. Atmung) auszugleichen, sondern auch in Echtzeit der Bewegung des Tumors zu folgen. Die Klinik für Radio-Onkologie am Inselspital ist einige der wenigen Kliniken in der Schweiz, die mit dem CyberKnife stereotaktische Strahlentherapien durchführt.

CyberKnife Behandlungsraum am Inselspital Bern
Robotersgestütztes Bestrahlungsgerät CyberKnife